Spontanität und Abenteuerlust
Melanie Schratter treibt auf dem Rücken in einem speziell angepassten Sitz, der fest auf einem kurzen Surfboard montiert ist, im Pool - das Gesicht dem Himmel zugewandt. Sie atmet tief ein, hält sich mit beiden Händen an einem Seil fest. Plötzlich wird sie ruckartig unter Wasser gezogen. Für Panik wäre es der falsche Zeitpunkt. Mit offenen Augen dreht sie sich zur Seite, stemmt sich mit dem Oberkörper gegen den Wasserdruck und bringt sich mit einer Rolle um die eigene Achse zurück an die Wasseroberfläche. Die Übung ist geschafft. Eine Simulation für den Ernstfall beim Kiteboarden: “Wenn der Kiteschirm hinter dir ins Wasser fällt, musst du sofort schauen, dass du ihn wieder vor dich bringst. Damit du wieder starten kannst”, erklärt sie.
Kiteboarden in Ägypten, das war für die 37-Jährige die “bisher außergewöhnlichste Sportart”, die sie in den vergangenen zweieinhalb Jahren ausprobiert hat. Ihre sportliche Vita liest sich wie ein kleines Sportlexikon: Boccia, Bogenschießen, Basketball, Eishockey, Fitness, Kiten, Schießen, Skifahren oder Ziplining – Schratter hat schon fast alles ausprobiert. Woher diese Vielfalt? „Das ist bei mir immer sehr spontan“, erzählt sie lachend. Die treibende Kraft ist oft Rafaela Steininger, ÖBSV Bewegungs- und Informations-Coach aus Vorarlberg: “Die Raffi ruft mich an und sagt: ‚Hey, Melly, wir könnten das oder das einmal ausprobieren, bist du dabei?‘ Und dann sag ich meistens eh Ja. Ich bin für alles offen, und wenn sich die Möglichkeit ergibt, warum nicht?”





















