Die TN der 10 Jahresfeier vor der Falbstube
© Ski for Life

Eine Erfolgsgeschichte auf zwei Brettern

Seit zehn Jahren steht „Ski for life“ für gelebte Inklusion, Freude am Wintersport und die Überzeugung, dass Skifahren für alle möglich ist. Im Jahr 2016 wurde das Projekt von Philipp Bonadimann, ehemaligem Paralympics-Teilnehmer, ins Leben gerufen. Sein Ziel war von Anfang an klar: Möglichst vielen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen den Zugang zum Skisport zu ermöglichen – unabhängig davon, ob im Monoski, mit Prothese oder auf andere individuelle Art und Weise.

Was 2016 mit drei Athlet und zwei Instruktoren begann, ist heute eine beeindruckende Gemeinschaft. Rund 45 Mitglieder und 17 Instruktor gehören mittlerweile zur „Ski for Life“-Familie.

Von Schetteregg nach Laterns

Der erste Trainingstag fand am 9. Februar 2016 in Schetteregg statt. Anschließend wechselte die Gruppe ans Bödele. Die ersten Teilnehmer waren Gianna Posch, Abel Schubert und Leonie Handlos, betreut von Wolfgang und Johannes Eberle.

Im Winter 2017 kamen Kilian Diem und Maximilian Taucher zur Gruppe dazu. Seit dem Winter 2018 wird in Laterns trainiert – und dieser Standort ist bis heute die sportliche Heimat von „Ski for life“.

Auch abseits der Piste entwickelte sich das Projekt stetig weiter. Seit 2018 verfügt die Gruppe über eine eigene Skibekleidung, die das Gemeinschaftsgefühl zusätzlich stärkt. Ende des Winters 2019 waren bereits bis zu 40 Personen bei den Trainings dabei.

Dann kam die Corona-Pandemie und bremste die Erfolgsgeschichte vorübergehend aus. Seit 2023 herrscht jedoch wieder regulärer Trainingsbetrieb. Ab Dezember, zweiten Samstag bis zum Saisonende treffen sich die Teilnehmer in Laterns, um gemeinsam zu trainieren, Fortschritte zu machen und vor allem eines zu erleben: die Freude am Skifahren.

Eine bunte Gruppe von Skifahrern freut sich über die erhaltenen Urkunden. Christa Grabher sitzt im Schnee, lacht und streckt die Arme in die Höhe
© Ski for Life
Monoskifahrer Philipp Bonadimann in Action auf der Piste
© RC Vorarlberg

Skifahren für alle Leistungsgruppen und Behinderungsarten

Eine der großen Stärken von „Ski for life“ ist die Vielfalt. Das Angebot richtet sich an alle Leistungsgruppen – vom Anfänger bzw. der Anfängerin über den Breitensport bis hin zum Spitzensport.

Dabei sind alle Behinderungsarten willkommen. Jede/r bekommt die Unterstützung und Betreuung, die individuell benötigt wird. Ob mit Monoski, Prothese, Sehbehinderung oder mentaler Beeinträchtigung - gemeinsam wird nach Lösungen gesucht, damit möglichst viele Menschen die Freude am Skifahren erleben können.

Ein wichtiger Schritt war 2024 die Einrichtung eines eigenen Instruktor-Pools. Dadurch ist gewährleistet, dass bei den Trainings immer qualifizierte Trainer:innen vor Ort sind und die Teilnehmer:innen optimal betreut werden können.

Vom Breitensport bis zum Rennsport

Dass „Ski for life“ auch sportliche Perspektiven bis hin zum Rennsport eröffnet, zeigt die Entwicklung der Teilnehmer eindrucksvoll. 

Mit Eva-Maria Dünser konnte eine Spitzen-Athletin im Mentalbegehinderten Bereich gefördert werden. Sie ist inzwischen 7-fache Weltmeisterin und mehrfache Österreichische Meisterin. Kilian Diem startet seit 2025 bei nationalen Skirennen.

Auch die Kinder der Ski for Life Gruppe sammelten bei den Landesmeisterschaften in Brand oder Zürs sehr wertvolle Wettkampferfahrungen. Für 2027 ist eine neuerliche Teilnahme an den Landesmeisterschaften – eventuell sogar in Laterns – geplant.

Damit zeigt sich: „Ski for life“ bietet nicht nur die Möglichkeit, Skifahren zu lernen. Das Projekt eröffnet auch Wege, sich sportlich weiterzuentwickeln und persönliche Ziele zu erreichen.

Skifahren: Ein Kind steht bereit in der Startrampe bereit für seinen Start ins Skirennen
Früh übt sich.... © SV CAPS

Ein großes Netzwerk macht den Erfolg möglich

Hinter diesem besonderen Projekt steht ein großes Team. Von Anfang an wurde „Ski for life“ vom Rollstuhlclub Vorarlberg und vom VBSV unterstützt. Ein ganz besonderer Dank gilt den Instruktor des Vorarlberger Skiverbandes – allen voran Johannes Eberle, der das Projekt seit vielen Jahren mit großem Einsatz begleitete.

Seit mittlerweile zehn Jahren ist auch Christa Grabher eine unverzichtbare Säule von „Ski for life“. Sie begleitet und trainiert die Kinder und Jugendlichen der Gruppe bereits seit den Anfängen und leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des Projekts.

Ein herzliches Dankeschön gilt außerdem den Skiliften Laterns, der Falbastuba sowie allen Betreuer und Familienmitgliedern – Mamas, Papas, Omas, Opas und allen anderen Unterstützer –, die mit ihrem Einsatz dafür sorgen, dass die Trainingstage gelingen.

Ein ganz besonderer Dank geht an den Hauptsponsor ULBG Umzug-Logistik-Box GmbH, der „Ski for life“ seit Jahren unterstützt und damit einewichtige Säule zur Weiterführung des Projektes ist.

10 Jahre "Ski for life" – und noch lange kein Ende

Auch wenn die Schneesituationen in den vergangenen Jahren teilweise immer schwieriger werden, lässt sich die „Ski for life“-Gruppe davon nicht abbringen. Das Projekt soll auch in Zukunft weitergeführt werden. Denn die vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam an eine Idee glauben.

Das Jubiläum wurde am 22. August in der Falbastuba bei einem gemeinsamen Frühstück gefeiert. Philipp Bonadimann nutzte die Gelegenheit, um sich bei allen Wegbegleiter, Unterstützer, Trainer, Familien und Teilnehmer herzlich zu bedanken.

Auch VBSV-Präsident Edgar Mayer fand lobende Worte für das Projekt und zeigte sich stolz auf die Entwicklung von „Ski for life“. Der VBSV wird die Initiative auch weiterhin gerne unterstützen.

Zehn Jahre „Ski for life“ sind zehn Jahre voller Bewegung, Begegnungen, persönlicher Erfolge und gemeinsamer Freude. Eine beeindruckende Erfolgsgeschichte, die zeigt: Mit Engagement, Zusammenhalt und den richtigen Menschen können Grenzen überwunden werden – manchmal sogar auf zwei Brettern.

Herzlichen Glückwunsch zum 10-jährigen Jubiläum, „Ski for life“ – und auf viele weitere gemeinsame Jahre im Schnee!

Präsident Edgar Mayer, Philipp Bonadimann und Christa Grabher
© Ski for Life

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