Rudern verbindet – Zwei gelungene Para-Ruder-Schnuppertage am Bodensee

Rudern: 4 Frauen in einem weißen Ruderboot auf dem See. Eine 5. Frau sitzt vorne und gibt das Kommando. Im Hintergrund Segelboote
© VBSV

An zwei Wochenenden im Juli hieß es in Bregenz: Raus aufs Wasser und einfach ausprobieren!

Sportler:innen mit Behinderungen hatten die Möglichkeit, den faszinierenden Para-Sport Rudern kennenzulernen. Der erste Schnuppertag richtete sich an Rollstuhlsportler:innen, am zweiten Wochenende waren Menschen mit Sehbeeinträchtigung und Blinde Sportler:innen eingeladen.

Veranstaltet wurden die Schnuppertage vom RV Wiking Bregenz, organisiert von Christian Hechenberger vom RC Vorarlberg. Mit vielen hilfreichen Tipps unterstützte der Pararuder-Trainer Martin Orth vom Österreichischen Ruderverband. 

Die traumhafte Kulisse am Bodensee bot für dieses Sportangebot den perfekten Rahmen.

Rudern: Ein Sportler auf dem Ruderergometer. Er ist sehr konzentriert. Im Hintergrund noch 3 Sportler denen das Gerät und der Ablauf von Trainerinnen erklärt wird. In der 2. Reihe 2 Sportler:innen mit ihren Trainerinnen im Gespräch
© VBSV

Bevor es aufs Wasser ging, lernten alle Teilnehmer:innen zunächst die Grundlagen auf dem Ruder-Ergometer kennen. Dort konnten die ersten Bewegungsabläufe geübt werden, bevor anschließend der spannende Moment kam: der Einstieg ins Ruderboot.

Für die blinden und sehbeeinträchtigten Teilnehmer:innen begann das Abenteuer bereits an Land. Sie nutzten die Gelegenheit, die Boote und Ruder mit den Händen zu erkunden. Besonders beeindruckend war eine Teilnehmerin, die das rund zwölf Meter lange Boot Zentimeter für Zentimeter ertastete, um sich dessen Größe und Aufbau vorstellen zu können. Sitze, Ausleger und Ruder wurden so Schritt für Schritt "begreifbar" und zu einem inneren Bild.

Gemeinsam über Hürden und über den See

Damit sich alle sicher fühlen konnten, stellte der RV Wiking jeder sehbeeinträchtigten Person eine sehende Begleitperson zur Seite. Gemeinsam wurden die kleinen Herausforderungen gemeistert – die Stufen hinunter zum See, der etwas wackelige Einstieg ins Boot oder die Orientierung auf dem Steg.

Dann war es endlich so weit: Ein Frauenboot und ein Männerboot machten sich auf den Weg über den Bodensee.

Anfangs war es gar nicht so einfach, den gemeinsamen Rhythmus zu finden. Doch mit jedem Ruderschlag funktionierte das Zusammenspiel besser. Die Frauen gingen die Aufgabe mit viel Ruhe an, hörten aufeinander und fanden schnell ihren Takt. Die Männer starteten – ganz typisch – zunächst eher im Wettkampfmodus, bevor auch sie sich immer besser aufeinander abstimmten.

Am Ende spielte das jedoch keine Rolle mehr. Alle genossen das besondere Gefühl, gemeinsam über das Wasser zu gleiten, die Sonne auf der Haut zu spüren und Wind und Wellen zu erleben.

Rudern: Vier Männer in einem Holzboot beim Rudern. Ein 5. Mann gibt das Kommando und führt das Steuer.
© VBSV
Eine Gruppe von Menschen, die winken und lachen. Im Vordergrund eine Frau im Rollstuhl
Zufriedene Teilnehmer:innen und Begleitpersonen. © VBSV

Begegnungen, die in Erinnerung bleiben

Nach dem Rudern blieb bei einer gemeinsamen Jause genügend Zeit, die vielen Eindrücke auszutauschen. Schnell wurde klar: Nicht nur die Teilnehmer:innen hatten viel gelernt.

Auch die Begleitsportler:innen des RV Wiking sammelten wertvolle Erfahrungen. Für viele war es das erste Mal, dass sie Menschen mit Sehbehinderung oder Rollstuhlfahrer:innen beim Sport begleiteten. Besonders spannend war die Herausforderung, eine Sprache zu finden, die Bewegungen verständlich beschreibt und Orientierung gibt. Diese Erfahrungen wurden von allen als bereichernd und lehrreich empfunden.

Fortsetzung erwünscht

Die Begeisterung war an beiden Wochenenden deutlich spürbar. Das gemeinsame Sporterlebnis, die Offenheit aller Beteiligten und die vielen positiven Rückmeldungen machen Lust auf mehr. Eine Fortsetzung der Para-Ruder-Schnuppertage ist deshalb bereits geplant.

Ein herzliches Dankeschön gilt Christian Hechenberger für die Organisation sowie dem RV Wiking Bregenz, dessen engagiertes Team diese beiden inklusiven Wochenenden mit viel Herzblut möglich gemacht hat. Danke an den Österreichischen Ruderverband der diese inklusive Sportart stark unterstützt. Solche Angebote zeigen eindrucksvoll, wie Sport Menschen verbindet und Barrieren auf ganz natürliche Weise abbaut.

Rudern: Ein Sportler mit Sehbehinderung und eine Sportlerin ertasten mit ihren Händen ein Ruder. Ein Trainer erklärt ihnen die Bestandteile
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Rudern: Ein Holzruderboot. Die Sportlerinnen schauen sich das Boot an oder tasten es mit den Händen ab.
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Rudern: Ein Holzruderboot. Vier Herren rudern und ein Mann steht am Ende, hält sich das Ruder fest und gibt das Kommando
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Rudern: Vier Frauen im einem Boot beim Rudern. Eine 5. Frau gibt das Kommando und führt das Ruder.
© VBSV

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