Ob Weltmeisterschaft in Indien, Wings for Life Run oder Wien-Marathon – überall sind mittlerweile Sportlerinnen und Sportler mit ihren Framerunnern am Start. Die vergleichsweise junge Disziplin ist weltweit auf dem Vormarsch. 1991 in Dänemark entwickelt, ist der dreirädrige Rahmen ein echtes Powermobil für Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Er ermöglicht es besonders Personen mit Koordinationsproblemen beim Gehen (etwa wegen Cerebralparese), an Laufdisziplinen der Leichtathletik teilzunehmen. “Wenn du noch ein wenig mit den Füßen machen kannst – was bei vielen der Fall ist –, kannst du das bisschen Restkraft, das du in den Beinen hast, trainieren. Du brauchst am Ende nur den großen Zeh, um dich anzuschieben. Für viele ist das die einzige Möglichkeit, Ausdauer in den Beinen zu trainieren. Und das ist das Tolle daran”, erzählt Christa Grabher begeistert. Die Vorarlbergerin will die Sportart in Österreich voranbringen. Im Juli besuchte sie erstmals das Frame Running Development Camp in Kopenhagen – quasi das Harley-Davidson-Treffen der Szene. “Vernetzen, austauschen, lernen” lautete das Motto der Reise. Grabher war überwältigt von der Vielfalt vor Ort: “Ich habe vor Kopenhagen noch nie so viele Varianten von Frames gesehen.” Drei Räder, ein Lenker, ein Sitz und eine Brustablage – klingt simpel, ist es aber nicht. Denn so unterschiedlich wie die Athletinnen und Athleten sind auch ihre Sportgeräte: “Bei manchen reiben im Lauf die Knie oder die Sprunggelenke aneinander – da haben kreative Konstruktionen mit Brettern in der Mitte Abhilfe geschaffen. Manche werden zur Unterstützung direkt am Rahmen festgeschnallt, andere nutzen spezielle Lenkerformen. Es braucht Bastler mit Ideen – und davon gibt es viele”, erzählt Grabher. Genormte Modelle mit strengem Regelwerk gibt es (noch) nicht. Jede/-r läuft mit einem individuell angepassten Frame . Das Entwicklungspotenzial ist riesig: "Ich kenne drei Firmen, die sich intensiv mit der Entwicklung von Framerunnern beschäftigen. Da kann man richtig Geld investieren. Spätestens bei den Paralympics 2028 wird jedes Gramm Material zählen“, sagt Grabher . Und wie steht es um heimische Talente? Für Grabher gibt es einen vielversprechenden Namen: “Mit Max Krehon war ein Österreicher in Kopenhagen am Start. Über 800 Meter war er schneller als der aktuelle Weltrekord – und das trotz Erkältung! Weil er international noch nicht klassifiziert ist, blieb ihm der Eintrag in die Rekordbücher aber vorerst verwehrt.” Die Chance zur internationalen Klassifikation bietet sich 2026 in der Schweiz – der erste wichtige Schritt. Bei den Paralympics wird über 100 Meter gesprintet. Das bedeutet: Krehon muss sein Training von den langen Distanzen auf Sprint umstellen. Grabher ist zuversichtlich: “Schritt für Schritt – aber man muss auch mal groß träumen dürfen.” Framerunning verbreitet sich rasant. Die Begeisterung und die mediale Präsenz sorgen auch in Österreich für Aufwind. Der Bedarf an Framerunnern steigt, berichtet Grabher : “Es gibt eine starke Gruppe in Wien, eine in Altenhofen in Oberösterreich, eine engagierte Partie in Salzburg, eine Studiengruppe in Graz – und auch in Vorarlberg und Tirol sind Kids mit Begeisterung dabei. Von Ost bis West sind die Gruppen in Kontakt.” Damit entsteht österreichweit ein dichtes Netzwerk. Wer selbst einmal in einen Framerunner steigen möchte, ist bei Christa Grabher an der richtigen Adresse: “Wir schaffen es immer, dass alle, die wollen, es ausprobieren können. Wir organisieren die Geräte und passen sie individuell an. ‚ Geht nicht‘ gibt’s nicht .” Interesse? Dann meldet euch an grabher(at)obsv.at Aus dem Jahresbericht 2025
https://www.bsv.or.at/community/aktuelles/details/frame-running-alles-im-rahmen/